Dein Guide zur Beerenjagd

Wie deine Jagd auf die süßesten Beeren des Waldes zum Erfolg wird.

Du möchtest gerne einen Beerenkuchen mit den frischesten Beeren backen, einen gratis Biobeeren-Vorrat anlegen, der ein ganzes Jahr hält und/oder deine Beute zu Geld machen? All das ist möglich unter dem Jokamiehenoikeus, dem Jedermansrecht (das übrigens auch für Frauen gilt 😉). Dieses seit Ewigkeiten bestehende Menschenrecht (und ich sage Menschenrecht, da es nicht nur Staatsbürgern eingeräumt wird) ermöglicht es allen, in den finnischen Wald zu gehen und Beeren und Pilze in beliebigen Mengen zu pflücken.

Hier ein paar wichtige Tipps, wie du deinen Beerenausflug zum Spaß und Erfolg machst:

1. Ausrüstung

🦟 Kleidung: alt – locker – langärmelig. Trage alte Kleidung, bei der es nichts ausmacht, wenn sie violette oder rote Beerenflecken bekommt. Locker sollte sie sitzen, damit du dich gut bücken oder in die Hocke gehen kannst. Lange Ärmel, auch wenn es heiß ist, schützen dich vor Moskitos, Sonnenbrand, Kratzern und Brennnesseln.

🐍 Schuhe: Feste, wasserdichte Schuhe oder gar Gummistiefel sind ebenfalls wichtig. Nicht nur wegen dem Waldboden, sondern auch wegen dem Schutz vor Schlangen.

Beerenpflücken ist keine Modeschau. Von hässlicher, über zu große bis hin zu verdreckter Kleidung ist alles erlaubt – hauptsache funktional! Denn gerade die Blaubeeren werden dich einsauen. 🐷

🤠 Kopfbedeckung: In erster Linie ein Sonnenschutz, aber vor allem ein Muss, wenn du im August in den Wald gehst und Haare hast. Überall wo Elche leben, gibt es auch die Hirschlausfliege (Elchfliege auf Englisch). Ein harmloser, aber sehr unangenehmer fingernagelgroßer Krabbler, der jede wandelnde Haarpracht für einen Elch hält und sich dort einnisten will. (Mehr zur Hirschlausfliege in meinem Post „Mein schlimmster Feind“)

🗑 Eimer: vorzugsweise mit Henkel

🔎 „Raschelstock„: Auf der Suche nach den besten Beerenbüschen wirst du wahrscheinlich in abgelegenere Waldstücke kommen. Mit dem Raschelstock solltest du sanft in den Büschen und Stein-Zwischenräumen rascheln, bevor du dich niederbückst, um Schlangen und anderen überraschten Tieren die Möglichkeit zu geben, zu fliehen. Gefährlich sind sie nicht, aber ein unangenehmer Selbstverteidigungsbiss kann schon passieren, wenn sie sich zu sehr erschrecken. Aber Achtung! ⚠️ Viele Schlangenarten stehen unter Naturschutz! Du kannst dich strafbar machen, wenn du geschützte Arten angreifst!

Sonstiges: Sonnencreme, Taschentücher, Moskitoschutz, Sonnenbrille, Wasser und eventuell ein Beerenpflücker (am Bild oben zu sehen in meiner rechten Hand).

🐻 Falls dir die Waldstille zu still ist, nimm dir ein Radio mit. Besser keine Kopfhörer, denn das Kabel stört und sie machen dich taub für Dinge, die rund um dich geschehen. Es passiert manchmal, dass den stillen Beerenpflückern Rentiere, Elche oder selten sogar ein Bär begegnen. Es wäre doch schade, und in seltenen Fällen sogar gefährlich, solche Momente zu verpassen. Mit einem Radio wird dir so etwas höchstwahrscheinlich gar nicht erst passieren.

2. Technik

Hockeln statt Bücken: Nachdem du mit dem Raschelstock ein bisschen durch die Büsche gewuschelt hast, hocke dich hin. Wenn du dich immer nur nach unten bückst, wirst du sehr schnell Rückenschmerzen haben. Und deine Bandscheiben werden’s dir auch danken. Stelle den Eimer außerdem weiter weg, damit du ihn nicht aus Versehen umkickst (ich habe so einige Beeren an den Waldboden verloren).

🖐 Handpflücker:  Suche die großen Beeren, die sich leicht vom Ast ablösen lassen. Ziehe sie nicht einfach nach unten, sondern harke den Zeigefinger um die Beere und ploppe sie mit dem Daumen nach unten. Du kannst so einige in der Hand sammeln, bevor du zum Eimer langen musst.

Mit dem Beerenpflücker: Die Arbeit mit dem Beerenpflücker bedarf etwas Übung. Wichtig ist, dass du nicht versuchst, alle Beeren gleichzeitig zu ernten. Vermeide die dickeren Äste und hilf mit der freien Hand nach, um die Zweige möglichst großflächig auf die Pflückerharken zu verteilen. Mach dir keine Sorgen um die unreifen Beeren oder Blätter, die du mitrupfst, du kannst sie später aussortieren. Wenn der Beerenpfücker voll ist oder zu schwer wird, entleere ihn in den großen Kübel.

Nicht zu fest anziehen, sonst zerquetscht du die Beeren.

Sonstiges: Trinke genug Wasser zwischendurch. Achte außerdem je nach Tageszeit immer wieder auf deine Umgebung. Erstens verpasst du dann keine Tierbegegnungen, zweitens verläufst du dich nicht. Die Verirrungsgefahr ist nicht zu unterschätzen! Da heuer ein gutes Beerenjahr ist, ist auch die Polizei hochaktiv, die nach den verloren gegangenen Beerenpflückern suchen muss. Hier ein Link zur Meldung (auf Englisch – aber automatische Webseitenübersetzung im Google Chrome Browser möglich!).

Achte daruf, dass es wirklich Blaubeeren sind! Hier der Artikel „Giftig oder lecker?“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt von Finnland (auf Englisch – aber automatische Webseitenübersetzung im Google Chrome Browser möglich!).

3. Nachbereitung

Sieben: Nach einem Pflücktag solltest du die Beeren einmal sieben und die schlechten oder von Insekten angefressenen aussortieren. Dies macht bei den handgepflückten Beeren viel weniger Arbeit. Wenn du möchtest, kann du sie mit kalten Wasser waschen – das ist aber eigebtlich nicht üblich, denn: je trockener die Beeren sind, desto länger halten sie und desto sauberer frieren sie ein.

Ein einfaches Plastiksieb reicht schon aus.

Trocknen: Fülle deine geäuberten Beeren in einen trockenen Eimer, decke sie mit einem dünnen Stofftuch ab und lasse die Beeren mindestens über Nacht im kühlen Freien trocknen.

Vier abgedeckte Eimer stehen auf der Terasse und lassen die Beeren atmen.

Wenn du deine Beeren waschen willst: lege die Beeren auf ein Metall- oder Plastiktabletts aus, lege Stofftücher darüber und lasse sie so an einem kühlen Ort trocknen. Du kannst dies auch mit ungewaschenen Beeren machen, um sie besonders trocken zu halten. 🙂

Einfrieren: Als letzten Schritt solltest du die Beeren noch anständig verpacken. Verwende zum Einfrieren luftdichte, wiederverschließbare Zip-locks und packe möglichst wenig Luft mit, um beim Frierprozess Energie und Platz zu sparen. Der Trick: Fülle das Plastiksackerl nur 1/3 voll und rolle es dann bis zum Verschluss auf. Verschließe es luftdicht und schüttle und rolle die Beeren dann mit Gefühl auf den gesamten Plastikbeutel aus. Voilà! Fertig zum Einfrieren!

Beim Aufrollen presst du die Luft heraus und kannst die Beeren so platz- und energiesparender einfrieren.

Nun bist du für den Winter mit mehreren Kilogrmm leckeren und gesunden Biobeeren eingedeckt! Ich werde in den kommenden Tagen ein paar Rezepte posten, die dich durch den langen, dunklen Winter bringen!

Eure Meinung ist gefragt!

Ich hoffe, der Artikel war hilfreich! Schreibt mir doch Eure persönlichen Tipps und Tricks in die Kommentare! Wenn Euch der Artikel gefallen hat, drückt auf „Gefällt mir“!
Bis zum nächsten Mal! 🙂

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