Bussi Baba! 🚍😘

Bussi: der Finnische Albtraum?

Der Bussi (Autobus) ist ein Ort, wo viele fremde Menschen auf einen kleinen Raum zusammengepfercht werden. Glaubwürdigen Quellen zufolge ist das ein finnischer Albtraum. 😉 Der Horror vor sozialen Interaktionen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist für Finnen scheinbar so charakteristisch, dass es eine ganze Comicrubrik darüber gibt.

Zunächst einmal ist das Einsteigen nicht so einfach. Auf den Bus zu warten ist nämlich nicht genug. Man muss die Hand im 90° Winkel gen Straße strecken – nicht zu weit, sonst fährt der Bus noch dagegen! Auch nicht zu spät, sonst lohnt sich das Bremsen nicht mehr (ja, das ist mir schon passiert); dann tut der Busfahrer einfach so als würde er einen nicht sehen. Aber bitte auch nicht winken! Eine Kollegin im Finnischkurs hat erzählt, dass sie zu Beginn – als unwissende Immigrantin – einmal mit der Hand gewachelt hat, da hat der Busfahrer sie gleich gefragt, ob irgendetwas falsch ist mit ihrer Hand. 😳😅

Finnische Alpträume (Comics von Karoliina Korhonen): „Du winkst einen falschen Bus zum Stoppen… und fühlst dich dann verpflichtet trotzdem einzusteigen“.

Dann haben wir in Wien gelernt: „Zerst aussteigen lassen!“, da wallt besonders den älteren Wiener Damen das Blut auf, wenn man das nicht richtig macht. So, also schön in der Busmitte auf der Seite warten, bis alle draußen sind und dann gemütlich einsteigen. Falsch gedacht! So macht man sich in Finnland bei Fahrer und Fahrgästen gleichwohl unbeliebt. Denn es gibt bei der Fahrertür eine Schlange in Einerreihe, in der man sich anstellen muss. Dann zeigt jede/r schön brav sein Ticket dem Fahrer und dann darf man sich einen Sitzplatz aussuchen. Wo wir schonwieder beim nächsten Problem wären.

Finnische Alpträume (Comics von Karoliina Korhonen): Der Bus ist „voll“.

Im Prinzip gilt: Nur im äußersten Notfall zu jemanden setzen. 😉 Immer so weit wie möglich von anderen Leuten entfernt sein und keinen Blickkontakt herstellen. Nicht nur in der Corona-Zeit. Von Freunden weiß ich, dass man jemanden sonst den Tag versaut. 😅 Ein Bonus, wenn man sich ganz vorne hinsetzt: Man kann das Busfahrerradio hören. Von normaler Musik über Oper und Hardrock hab ich in einem Bus schon alles gehört. 🔊🤘

Das wohl schlimmste, das einem Finnen bestätigterweise passieren kann, ist im Bus angesprochen zu werden. 😳😉 Die Gesprächsscheue steht offenbar auch in der Stellenausschreibung für Busfahrer. Zu verschiedenen Anlässen hätte ich einen Busfahrer gerne etwas gefragt, aber oft wurde ich dann mit einem angeekelten Handgeschaukel weggewunken, vor allem wenn man denen mit Englisch kommt. 🤷‍♀️ Was soll’s, angekommen bin ich noch immer! 😄

Finnische Alpträume (Comics von Karoliina Korhonen): „Jemand sitzt im öffentlichen Verkehrsmittel neben dir… und fängt an zu reden.“ Die Person sagt: „Was für ein schönes Wetter!“

Das Gesprächsverbot gilt übrigens auch, wenn jemand neben einem sitzt, der den Weg zum Gang versperrt. Ich hab selbst im vollsten Bus noch keine/n „Anteeksi“ („Entschuldigung“) sagen hören, wenn jemand aussteigen will. Da gibt es nämlich einen cleveren Trick, den uns unsere Finnischlehrerin verraten hat: Man muss sich vor der Station ein bisschen wichtig machen. Die Tasche richten, einen Haltegriff greifen, die Füße aufwecken, einen der 1000 Aussteigknöpfe drücken, leise seufzen. Dann macht der Finne am Gangsitz wie von Zauberhand den Weg frei, wenn der Bus in der Station einfährt. 🧚‍♀️

1000 Aussteigknöpfe war keine Übertreibung: Oft gibt es an der Fensterseite neben jedem Sitz auch noch einen Druckknopf, damit man ja nicht über irgendwen drüber greifen oder jemand anderen bitten muss, zu drücken. 😅

Das Aggressionspotential habe ich in Finnland allgemein bisher als sehr niedrig empfunden. Gerade in den Öffis gehen die Leute behutsam miteinander um. Aber eben alles leise, mit möglichst wenig Kontakt. Und wenn doch einer passiert, wird man nicht angeschnauzt oder angeschnaubt, wie das vielleicht in Wien der Fall wäre. Es ist eher so, dass es aussieht als würde der/die Angesprochene fliehen wollen wie ein Rehkitz im Scheinwerferlicht und dann noch Minuten später unter einem lampenfieberartigen Schock stehen. So grausam will ich dann doch nicht sein zu meinen Mitmenschen. Also halte ich im Bus die Klappe und stehe lieber als mich neben jemanden zu setzen. 😇

Eure Busabenteuer

Habt ihr auch lustige Geschichten aus den Öffis? Schreibt sie in die Kommentare! Ich freu mich von Euch zu hören. Bis bald, Eure Nadine ❤

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